Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig.
GOLFERARM
chronischer Golferarm
09
Armschmerz
09.1
Ellbogenschmerz
09.2
Tennisellenbogen
09.3 Golferarm
Die Diagnose
Der Begriff "Golferarm" entstammt dem Volksmund, die korrekte Diagnose lautet Epicondylitis ulnar is h umeri (bzw. Epicond ylitis med ialis h umeri). Im Gegensatz dazu liegt beim sog. Tennisarm eine Epicondyli tis radial is h umeri (bzw. Epicond ylitis lateral is h umeri) vor
Das Schmerzbild
Beim
Golferarm
bestehen
Schmerzen im
Bereich des Epicondylus
med
ialis h
umeri (= Knochenvorsprung, an dem
Seh
nen
Die Ursache
Die Ursache des chronischen Entzündungszustandes im Bereich der Sehnenansätze
(Insertionstendopathie) am Epicondylus med ialis h umeri ist nicht geklärt; vieles spricht für eine
mechanische Auslösung (deshalb auch der Ausdruck "Golferarm",
weil derartige Beschwerden häufiger nach intensivem Golfspielen auftreten).
Spezielle
Schmerztherapie beim
Golferarm:
Beim Golferarm kann ein Versuch mit Infiltrationen mit einem Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) (z.B. Bupivacain), auch mit Kortikoidzusatz, unternommen werden. Dabei muß allerdings ein Kontakt der Kanülenspitze mit der Knoc henhaut unbedingt vermieden werden, da damit häufig heftigste, anhaltende Schmerzreaktionen ausgelöst werden können (z.B. Ausbildung einer Periostitis (= Knochenhautentzündung)).
Nicht selten hilft aber beim Golferarm
nur eine längerfristige
kontinuierliche Plexus
brachialis-Blockade mit Katheter. Dabei
wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle in
die Nervenscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben
noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine
handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten"
werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach
Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig
schmerzlos nachgespritzt. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser
Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei
gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend
krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Dass die
schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus
anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung
auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche
Durchblutungssteigerung resultiert (Sympathikolyse), die den entzündlichen Prozessen beim Golferarm
nachhaltig entgegenwirkt.
Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
Alternative Schmerztherapie
Nach einer Pressemitteilung (Die Welt - 08.05.2002) scheint eine Behandlung mit Botulinumtoxin (= ein Nahrungsmittelgift) beim Golferarm erfolgversprechend zu sein. Die Wirkung beruht auf einer Entkrampfung der im Schmerzbereich krankhaft übererregten Mus keln.
Physikalische Therapie beim
Golferarm:
Auch
eine Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane
Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil,
daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden
werden paarig über dem Schmerzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der
Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert
werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die
oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen
elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C
abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einem Golferarm
empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen
(Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls
einen Armschmerz lindern.
Die Verordnung von gewöhnlichen Massagen ist nicht sinnvoll. Für den Patient
mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem
Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Wichtig ist beim Golferarm hingegen eine gelenkfunktionserhaltende heilgymnastische Therapie.
Auch
eine Behandlung mit Röntgenstrahlen kann schmerzlindernd sein (Thomalske
1991), ebenso eine Magnetfeldtherapie.
Manchmal ist beim
Golferarm eine deutliche Besserung durch die Iontophorese
(= Einbringung eines Arzneimittels durch die Haut mit Hilfe
von Gleichstrom) (z.B. mit
Diclofenac) zu erzielen.
Andere Therapiemaßnahmen bei
Golferarm:
Der
Vollständigkeit halber darf die Akupunktur nicht unerwähnt bleiben.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde)
Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson,
ebenso ein
Schmerzbewältigungstraining sind auch beim
chronischen
Golferarm eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).
Auf der Internetseite "die Gesundheitsreform" teilt das Bundesministerium für Gesundheit mit, daß seit dem 1.4.07 alle gesetzlich krankenversicherte Personen jetzt einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation (damit auch auf eine Schmerzrehabilitation) haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen können. Lesen Sie dazu auch einen Brief des Bundesgesundheitsministeriums.
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Aktualisiert:>22.05.2008</>
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