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Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig.

GOLFERARM
chronischer Golferarm

09 Armschmerz
09.1 Ellbogenschmerz
09.2 Tennisellenbogen
09.3
Golferarm

Die Diagnose

Der Begriff "Golferarm" entstammt dem Volksmund, die korrekte Diagnose lautet Epicondylitis ulnar is h umeri (bzw. Epicond ylitis med ialis h umeri). Im Gegensatz dazu liegt beim sog. Tennisarm eine Epicondyli tis radial is h umeri (bzw. Epicond ylitis lateral is h umeri) vor

Das Schmerzbild

Beim Golferarm bestehen Schmerzen im Bereich des Epicondylus med ialis h umeri (= Knochenvorsprung, an dem Seh nen ansetzen, an der Innenseite des Ellenbogens), der sich bei Faustschluß und Beugung (besonders gegen Widerstand) im Handgelen k verstärkt. Nicht selten strahlen die Ellbogenschmerzen in Unter- und/oder Oberar m aus, so daß dann der ganze Ar m schmerzt. Regelmäßig besteht ein deutlicher Druckschmerz im Bereich des ellenbogennahen inneren Unterarmes.

Die Ursache

Die Ursache des chronischen Entzündungszustandes im Bereich der Sehnenansätze (Insertionstendopathie) am Epicondylus med ialis h umeri ist nicht geklärt; vieles spricht für eine mechanische Auslösung (deshalb auch der Ausdruck "Golferarm", weil derartige Beschwerden häufiger nach intensivem Golfspielen auftreten).

Spezielle Schmerztherapie beim
Golferarm:

Beim Golferarm kann ein Versuch mit Infiltrationen mit einem Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) (z.B. Bupivacain), auch mit Kortikoidzusatz, unternommen werden. Dabei muß allerdings ein Kontakt der Kanülenspitze mit der Knoc henhaut unbedingt vermieden werden, da damit häufig heftigste, anhaltende Schmerzreaktionen ausgelöst werden können (z.B. Ausbildung einer Periostitis (= Knochenhautentzündung)).

Nicht selten hilft aber beim Golferarm nur eine längerfristige kontinuierliche Plexus brachialis-Blockade mit Katheter. Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle in die Nervenscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert (Sympathikolyse), die den entzündlichen Prozessen beim
Golferarm nachhaltig entgegenwirkt.

Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Alternative Schmerztherapie

Nach einer Pressemitteilung (Die Welt - 08.05.2002) scheint eine Behandlung mit Botulinumtoxin (= ein Nahrungsmittelgift) beim Golferarm erfolgversprechend zu sein. Die Wirkung beruht auf einer Entkrampfung der im Schmerzbereich krankhaft übererregten Mus keln.

Physikalische Therapie beim Golferarm:
Auch eine Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem Schmerzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einem
Golferarm empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls einen Armschmerz lindern.
Die Verordnung von gewöhnlichen Massagen ist
nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Wichtig ist beim Golferarm hingegen eine gelenkfunktionserhaltende heilgymnastische Therapie.
Auch eine Behandlung mit Röntgenstrahlen kann schmerzlindernd sein (Thomalske 1991), ebenso eine Magnetfeldtherapie.
Manchmal ist beim
Golferarm eine deutliche Besserung durch die Iontophorese (= Einbringung eines Arzneimittels durch die Haut mit Hilfe von Gleichstrom) (z.B. mit Diclofenac) zu erzielen.

Andere Therapiemaßnahmen bei Golferarm:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur nicht unerwähnt bleiben.
Hypnoide (= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson, ebenso ein Schmerzbewältigungstraining sind auch beim chronischen
Golferarm eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie.

Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).

Auf der Internetseite "die Gesundheitsreform" teilt das Bundesministerium für Gesundheit mit, daß seit dem 1.4.07 alle gesetzlich krankenversicherte Personen jetzt einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation (damit auch auf eine Schmerzrehabilitation) haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen können. Lesen Sie dazu auch einen Brief des Bundesgesundheitsministeriums.

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